Dampfen harmloser als Rauchen?

Mit der E-Zigarette zu dampfen, schadet wohl weniger als Rauchen. Um Dampfen als harmlos einzustufen, ist es aber noch zu früh. Das zeigt die Auswertung der Studien­lage durch die Stiftung Warentest. Auch die lang­fristigen Folgen eines noch jüngeren Produkts, des Tabaker­hitzers Ipos, sind noch nicht absehbar.

Dampfen – unbe­denk­liche Alternative zum Rauchen?
Dampf­wolken statt Tabakqualm – die E-Zigarette ist welt­weit auf dem Vormarsch. Allein in Deutsch­land nutzen sie inzwischen schät­zungs­weise 3,5 Millionen Menschen. Und der Umsatz mit Dampf-Produkten hier­zulande stieg laut Branchen­angaben von 2010 und 2016 enorm – von 5 auf 420 Millionen Euro pro Jahr. Das „Dampfen“ hat Fans, aber auch Gegner. Die einen preisen Dampfen als harmlose Alternative zum Rauchen. Die anderen warnen vor unbe­kannten Gesund­heits­gefahren. Wer verfügt über die besseren Argumente und Fakten, die Befür­worter oder die Kritiker? Die Stiftung Warentest hat ihre Gesamt­einschät­zung zur Studien­lage aus dem Jahr 2015 aktualisiert. Nach jetzigem Forschungs­stand schadet Dampfen tatsäch­lich weniger als Rauchen.

E-Ziga­retten sind in diversen Ausführungen erhältlich. Manche erinnern an normale Ziga­retten, andere hingegen nicht. Sie ähneln dann etwa Kugel­schreibern, Asth­masprays oder Lippen­stiften. Und es gibt Abwand­lungen wie E-Shishas, E-Pfeifen und E-Zigarren. So verschieden die einzelnen Geräte daher­kommen, sie funk­tionieren im Prinzip ähnlich. In aller Regel verdampft ein akku-betriebenes Heizelement eine Flüssig­keit mit oder ohne Nikotin, Liquid genannt. Nutzer ziehen den Dampf über ein Mund­stück ein (siehe Grafik). Gleich­zeitig ist bei vielen Modellen ein Schalter zu drücken, der den Verdampfungs­prozess akti­viert.

Hunderte von Modellen und Aromen zur Auswahl
Im Jahr 2003 wurde in China die erste kommerzielle elektrische Zigarette entwickelt. Sie erhielt schnell Konkurrenz. Verkauft werden E-Ziga­retten über das Internet, aber auch in Geschäften vor Ort, etwa in Supermärkten und Kiosken, an Tank­stellen sowie in spezialisierten Shops. Die Fülle an Modellen ist enorm, ebenso wie die der Liquids. Neben Tabak­geschmack gibt es diverse andere Aromen – von A wie Apfel über Cappuccino, Cognac und Käsekuchen bis zu Z wie Zitrone. Die Sorten sind mit Nikotin in verschiedenen Dosierungen erhältlich, aber auch nikotinfrei. Umfragen zeigen: Meist sind es vormalige Raucher, die zur E-Zigarette greifen. Sie versuchen, komplett umzu­steigen oder konventionelle Tabak­produkte wenigs­tens zu reduzieren, weil sie E-Ziga­retten für weniger schädlich halten.

Noch fehlen Lang­zeit­studien zur Gefähr­lich­keit des Dampfens
Nach jetzigem Forschungs­stand schadet Dampfen tatsäch­lich weniger als Rauchen. Zu diesem Ergebnis kommt die Stiftung Warentest nach Auswertung der Studien. Das heißt aber nicht, dass E-Ziga­retten harmlos sind. Vor allem mangelt es noch an Daten zu den lang­fristigen Auswirkungen auf die Gesundheit. Auch die Gefahren durch Tabak kamen erst nach Jahren und Jahr­zehnten ans Licht. Das enthaltene Nikotin ist gar nicht das Haupt­problem. Es kann zwar süchtig machen. Doch die große Mehr­heit der Krank­heits- und Todes­fälle bei Rauchern gehen auf das Konto giftiger und krebs­er­regender Begleit­stoffe im Qualm.

Tatsäch­lich weniger Schad­stoffe im Dampf
Hier setzt die E-Zigarette an. Zum Verdampfen der Liquids sind viel geringere Temperaturen erforderlich als zum Verbrennen von Tabak. Entsprechend werden laut Studien auch weit weniger Schad­stoffe freigesetzt. Dennoch sind gesundheitliche Belastungen durch E-Ziga­retten möglich – auch bei nikotinfreien Liquids. Die verschiedenen Aroma­zusätze sind zwar für Lebens­mittel zugelassen und schaden beim Herunter­schlu­cken nicht. Das sagt allerdings noch nichts darüber aus, wie sie sich einge­atmet auswirken. Weiterhin enthalten Liquids üblicher­weise destilliertes Wasser, Glyzerin und Propylenglykol. Letzteres kommt auch in Diskotheken zum Einsatz, um Dampf zu erzeugen. Im Aerosol mancher E-Ziga­retten wurden schädliche Stoffe wie Form­aldehyd, Azetaldehyd oder Acrolein nachgewiesen. Das Risiko besteht offen­bar vor allem dann, wenn die Geräte zu heiß laufen, beispiels­weise weil das Liquid im Tank verbraucht oder fast verbraucht ist.

Dampfen in Groß­britannien als Raucher­entwöhnung anerkannt
In Groß­britannien wird die E-Zigarette schon länger von Gesundheitsbehörden als eine Möglich­keit zur Raucher­entwöhnung anerkannt. In Deutsch­land erschien kürzlich ein Positionspapier der Suchtfachgesellschaften, wonach die E-Zigarette einen Versuch wert sein kann. In der Stellung­nahme heißt es unter anderem: „Die E-Zigarette könnte Raucher, welche durch andere Konzepte eventuell nicht zu erreichen sind, zu einer Änderung ihres Rauch­verhaltens moti­vieren.“ „Andere Konzepte“, das meint: herkömm­liche Methoden zur Raucher­entwöhnung wie Kurse, Nikotin­ersatz­präparate oder rezept­pflichtige Medikamente. Ausführ­lich stellen wir die Methoden in unserem Special Nichtraucher werden vor.

Dampfen könnte auch Einstieg in die Nikotinsucht sein

E-Ziga­retten könnten aber nicht nur den Ausstieg erleichtern, sondern umge­kehrt als Einstieg in die Nikotinsucht wirken. Kritiker fürchten, dass sie bisherige Nicht­raucher zum Konsum verlocken, vor allem Kinder und Jugend­liche. Sicher­heits­halber hat die Politik reagiert. Im April 2016 trat ein neues Jugend­schutz­gesetz in Kraft, das die Abgabe von E-Ziga­retten und E-Shishas an Personen unter 18 Jahre untersagt. Weiterhin gilt seit Mai 2016 das neue Tabak­erzeug­nisgesetz, das Inhalte der EU-Tabak­richt­linie in deutsches Recht umsetzt. Unter anderem dürfen Liquids seither nur noch maximal 20 Milligramm Nikotin pro Milliliter enthalten.

Sonderfall: Tabaker­hitzer Iqos
Kürzlich kam eine weitere Neuerung auf den deutschen Markt, die laut Werbung ebenfalls Risiken des herkömm­lichen Rauchens minimieren soll – ein Gerät namens Iqos des Tabak­konzerns Philip Morris. Der Hersteller bewirbt es als schad­stoff­arme Alternative zum Rauchen. Anders als E-Ziga­retten erhitzt es echten Tabak, verbrennt ihn aber nicht. Laut über­wiegend anbieter­finanzierten Studien entstehen in der Folge weit weniger schädliche Stoffe als durch herkömm­liche Ziga­retten. Doch auch hier seien Gesund­heits­gefahren nicht auszuschließen, schreibt das Bundes­institut für Risiko­bewertung in einer Stellungnahme. Bisherige Unter­suchungen reichten nicht aus, um die körperlichen Auswirkungen von Iqos einzuschätzen. Mehr Informationen stehen in unserer Meldung zu Iqos.

Fazit: Am besten gar nichts (b)rauchen
Abschließend bewerten und vergleichen lassen sich E-Ziga­retten und Iqos nach Einschät­zung der Stiftung Warentest anhand der vorliegenden Studien noch nicht. Ob und wie schädlich sie lang­fristig sind, ist unklar. Der Umstieg auf eines der Produkte kann für Raucher aber eine Chance sein, Risiken durch herkömm­liche Ziga­retten zu verringern und irgend­wann ganz ohne Glimm­stängel auszukommen. Wer gar nichts braucht – weder Kippe noch E-Kippe oder Iqos – lebt nach dem jetzigen Forschungs­stand immer noch am gesündesten.

Quelle: Stiftung Warentest/Test.de

Dampfen anstatt rauchen?

In letzter Zeit ist gibt es eine Modeerscheinung die sich Dampfen nennt. Jeder zweite läuft schon mit einem sogenannten Verdampfer umher.

Man fühlt sich in die Zeit der Dampflokomotiven zurückversetzt, die Wolken werden immer dichter. Das Zeug gibt es in den verschiedensten Geschmacksrichtungen. Mal glaubt man es ist Jahrmarkt weil es nach Zuckerwatte riecht, ein andermal denkt ich eine Brathähnchenstand hat vor meinem Bürofenster eröffnet.

Das kann riechen wie es will. Ich glaube nicht, dass das gesund ist. Auch wenn immer wieder das Gegenteil behauptet wird.

Einen positiven Aspekt hat das Ganze. Es kann helfen von den weitaus schädlicheren Zigaretten los zu kommen, auf deren Verpackungen mittlerweile schöne Bildchen aufgedruckt sind, die leider auch keinen Raucher vom rauchen abhalten. Aber das ist ein anderes Thema.

Bei mir ist immer noch alles beim alten. Ich rauche nicht und habe auch nicht vor es wieder anzufangen. Mir geht’s gut und das soll auch so bleiben.